

Leonid und Matthias, erzählt doch zunächst mal wie und wann die Idee zu eurem Laden entstand?
Unser Label gibt es bereits seit drei Jahren, unseren ‘leonid matthias’ fashion concept store seit einem Jahr. Früher hatten wir eine kleine Boutique mit kleinem Atelier in einem charmanten Sachsenhäusener Hinterhof. Dort haben wir auch nach wie vor unsere Head Office und Atelier.
Was habt ihr vorher beruflich gemacht?
Leonid: Ich war als Head of Design und Produkt Manager Assistent für eine Fashion Concept Agentur tätig und danach als Designer und Stylist im europäischen Ausland unterwegs.
Matthias: Ich hatte ein eigenes Atelier in Frankfurt, wo ich für Klein- und Großkunden Auftragsarbeiten gefertigt habe. Dann haben wir uns kennengelernt, man könnte sagen „zufällig“, obwohl es im Leben nichts zufällig passiert, und haben kurzerhand unser Modelabel ‘leonid matthias’ gegründet.
Als Ladenbesitzer muss man… Visionen haben und sie mit viel Begeisterung, Leidenschaft und Liebe verwirklichen!
Das Schönste an unserem Beruf ist…
Leonid: Dass ich das machen darf was ich liebe und mich somit ausleben kann – das ist heutzutage Luxus geworden.
Matthias: Vielfältigkeit, Freiheit, Bewegung, Neues
Was uns manchmal nervt sind…
… Menschen, die sich nicht trauen, aus sich herauszukommen und sich deshalb dem städtischen Dresscode anpassen, obwohl Frankfurt sehr vielfältig, multikulturell und daher auch sehr modisch ist.
Erinnert ihr euch an ein besonders schönes Erlebnis mit euren Kunden?
Eine Kundin, die einen Rock bei uns gekauft hat, rief uns an und bedankte sich dafür, dass wir ihr mit diesem Kleidungsteil ihre Jugend zurückgeschenkt haben. Sie meinte, glücklich und gerührt, sie hätte das ganze Leben lang nach diesem Stück gesucht…
Wohin ging eure letzte Reise?
Leonid: Meine letzten Reisen gingen nach Düsseldorf, München und Stuttgart. Ich durfte bei der Range Rover Evoque Style Award in der Jury, Kategorie Fashion, sitzen. Das war eine sehr große Ehre und eine tolle Erfahrung für mich! Es war sehr schön und inspirierend, denn ich habe viele kreative Leute kennengelernt, habe ungewöhnliche Modeentwürfe gesehen, konnte mich mit den Modeschöpfern aus vielen Ländern unterhalten. Das hat wirklich Spaß gemacht! Durch meine Selbstständigkeit habe ich eigentlich keine Zeit, einen richtigen Urlaub zu machen, aber ich habe festgestellt, dass sogar zwei Tage außerhalb vom Wohnort wahre Wunder bewirken können. Man bekommt einen freien Kopf, sammelt neue Eindrücke und Inspirationen. Und dafür muss man nicht mal nach Ausland fahren, es gibt so viele schöne Ecken in Deutschland, auch um Frankfurt ringsherum…. Diese kleine Orte haben mich neuerdings sogar für eine Taschenkollektion inspiriert.
Könnt ihr ein gutes Buch empfehlen?
Leonid: Ich mag so viele… Ich liebe alles von Oscar Wilde, Solschenizyn’s „Matrjonas Hof“… Gerade lese ich „Meinhardt kriegt die Motten“ von Karlheinz Schweitzer- ein richtig spannendes Roman, deren Handlung in Frankfurt, teilweise in Sachsenhausen, stattfindet. Sogar wir wurden in diesem Buch erwähnt!
Habt ihr berufliche Träume?
Matthias: Ich lebe meinen Traum mit dieser Arbeit.
Leonid: Natürlich! „Wenn man aufhört zu träumen, hört man auch auf zu leben!“ Die Träume sind eine Art Antriebskraft, Inspirationsquelle, aber auch ein Ziel, was ich erreichen will, wofür sich auch das Kämpfen lohnt! Das sind weitere erfolgreiche Modenschauen, weitere interessante Projekte, noch mehr Kunden, die unsere Sachen tragen und schätzen und natürlich das weitere Etablieren von unserem Modelabel in Deutschland und im Ausland!
Welche Person sollte einmal einen Ihrer Entwürfe tragen?
Leonid: Ich freue mich über jeden! Unsere Sachen sind sehr vielseitig, ich möchte mich bei dem Designen nicht auf eine Stilrichtung festsetzen- daher sind auch unsere Kunden so unterschiedlich! Unsere Kleider waren schon auf dem roten Teppich bei EDIT Filmfestival, Frankfurter Opernball, Evoque Style Awards…. Viele Leute aus Deutschland, Italien, Spanien, Russland, Amerika, England, Estland, Arabischen Emiraten, Asien… tragen unsere Kleidung und Accessoires. Mich freut es jedes Mal, wenn die Kunden uns sagen, dass unsere Sachen etwas besonderes sind, sie glücklich machen und das Leben ins Positive wenden- und ob es dann eine 18-jährige Schülerin oder ein 50-jähriger Architekt ist, eine 30-jährige Lehrerin oder eine Rentnerin mit 70- das spielt dann für mich keine Rolle!